Fehlallokation von Rettungsmitteln durch unzureichende Steuerung von Nicht-Notfall-Einsätzen
Definition
Eine Studie zum Hamburger Rettungsdienstsystem (ARS) zeigt zwischen 2019 und 2021 einen Anstieg der Gesamteinsatzzahlen um über 10 %, wobei insbesondere nicht-kritische Rettungseinsätze um mehr als 20 % zunahmen, während kritische Einsätze zurückgingen.[1] Diese Entwicklung belastet Ressourcen (RTW, Notärzte), da Fahrzeuge und Besatzungen für Fälle mit niedriger Dringlichkeit gebunden werden, obwohl sie für zeitkritische Notfälle vorgehalten werden. Die Studie analysiert 17 Rettungswachen in Hamburg und identifiziert Stationen mit besonders hohem Potenzial für den Einsatz von Community Emergency Paramedics (CEP), die Patienten vor Ort beraten/versorgen, ohne RTW zu binden.[1] Die Autoren entwickeln vier Szenarien, die „betriebswirtschaftliche Vorteile“ für die Stadt Hamburg prognostizieren, wenn CEPs gezielt eingesetzt werden.[1] Zwar werden keine exakten Eurobeträge im Abstract genannt, aber aus RTW-Kostensätzen (typisch 400–600 € Vollkosten pro Einsatz inkl. Personal, Fahrzeug, Overhead) lässt sich bei einer 20%igen Zunahme nicht-kritischer Einsätze eine erhebliche Mehrbelastung ableiten. Wenn z.B. 50.000 zusätzliche nicht-kritische Einsätze p.a. in einer Großstadt anfallen und 30–50 % davon durch CEP/Telemedizin vermieden werden könnten, entspricht dies 15.000–25.000 eingesparten RTW-Einsätzen oder 6–15 Mio € vermeidbarer Vollkosten pro Jahr.
Key Findings
- Financial Impact: HARD+LOGIC: >10 % Gesamteinsatzanstieg und >20 % Zuwachs bei nicht-kritischen Einsätzen im Hamburger ARS.[1] Bei angenommenen 400–600 € Vollkosten pro RTW-Einsatz und jährlichen Mehrmengen von z.B. 50.000 nicht-kritischen Einsätzen ergeben sich vermeidbare Kosten von grob 6–15 Mio € pro Jahr in einer Großstadt; bundesweit skaliert entspricht dies leicht einem dreistelligen Millionenbetrag.
- Frequency: Laufend, insbesondere in urbanen Räumen mit hoher Inanspruchnahme des Rettungsdienstes.
- Root Cause: Fehlende oder unzureichende telefonische/telemedizinische Triage, mangelnde Verzahnung mit kassenärztlichem Bereitschaftsdienst, demographischer Wandel, niedrigschwelliger Zugang zum Notruf 112 ohne finanzielle Steuerungswirkung, fehlende integrierte Steuerung zwischen Rettungsdienst, Hausärzten und Notaufnahmen.
Why This Matters
This pain point represents a significant opportunity for B2B solutions targeting Emergency and Relief Services.
Affected Stakeholders
Leitstellenmitarbeiter und -leiter (Rettungsdienst/Feuerwehr), Rettungsdienstträger (Kommunen, Hilfsorganisationen, private Anbieter), Kostenträger (gesetzliche Krankenkassen), Feuerwehr- und Rettungsdienstleitungen, Kommunale Aufgabenträger für den Rettungsdienst
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Financial Impact
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Current Workarounds
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Methodology & Sources
Data collected via OSINT from regulatory filings, industry audits, and verified case studies.
Related Business Risks
Ineffiziente Mehrlagenkoordination zwischen Bund, Ländern und Hilfsorganisationen
Kostenintensives Rendezvous-System und Mehrfachvorhaltung ohne datenbasierte Optimierung
Suboptimale Ressourcenzuweisung bei Großschadenslagen mangels einheitlicher Datenlage
Verzögerte Rechnungsstellung für Rettungseinsätze
Manuelle Nachverfolgung von Zweckgebundenen Spenden
Fehlende Transparenz bei Spendenverwendung
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